Donnerstag, 18. August 2011

Und jetzt isses vorbei

So,

ich bin am Dienstag wieder in Deutschland angekommen. Es war ein schönes Jahr, der Abschied fiel mir schwer, aber alles ist nun mal irgendwann zu Ende. Meine letzte Woche war nochmal sehr schön, weil ich nicht mehr arbeiten musste und mein Bruder mich besucht hat. So konnte ich in aller Ruhe vom Platz und von den Menschen Abschied nehmen.

Eins unser vielen Abschiedsbilder, hier von der Kiosk-Crew :)


Demnächst fang ich ein einmonatiges Pflegepraktikum an und im Oktober fang ich dann an, Medizin in Freiburg zu studieren. Da freu ich mich auch schon drauf.

Auf diesem Blog hier wird das wohl mein letzter Eintrag sein. Traurig, aber wahr.

Vielen Dank für's Lesen, Alles Gute und bis bald,
Euer Johannes


Mittwoch, 20. Juli 2011

Alltagsprobleme in Tabgha

Ich habe gerade eine unserer phillipinischen Schwestern getroffen. Und die hatte eine spezielle Bitte an mich: Ich soll Josef, einen Priester, der hier für ein Jahr lebt, anrufen und ihn fragen ob das Wasser in der Kirche schon gesegnet ist. Die Schwester spricht nämlich kein Deutsch und Josef kein Englisch. Das Weihwasser war aber leer und musste nachgefüllt werden. Also hab ich Josef angerufen, der war ein bisschen im Stress und sagte in etwa: "Nein, das ist noch nicht gesegnet, aber ich komm gleich schnell vorbei und erledige das." Also hab ich das der Schwester übersetzt.
Ich fand's lustig. :)

Sonntag, 17. Juli 2011

Zurückblicken

Hallo liebe Blogleser,

so langsam geht das Jahr zu Ende, noch einen Monat habe ich hier. Tony hat noch zwei Tage. Deswegen fangen wir an, uns an all die Dinge zu erinnern, die in diesem Jahr passiert sind. Und dabei merkt man, wie schnell man die ganzen kleinen Geschichten wieder vergisst. Ich habe angenfangen, meine ersten Blogeinträge wieder zu lesen und das ist echt lustig, weil ich manche Sachen schon wieder komplett vergessen habe. Zum Beispiel, wie ich zum ersten Mal Verantwortlicher für eine große Behindertengruppe war und bei denen plötzlich drei der Behinderten verloren gegangen waren und wir eine Suchaktion starten mussten. Auch alte Bilder anzuschauen hilft natürlich beim erinnern. Alles in allem war es ein echt schönes und lustiges Jahr und der Abschied wird mir sehr schwer fallen.

Wir Volontäre haben einfach so unglaublich viel Zeit miteinander verbracht. Jeden Tag haben wir zusammen gearbeitet und auch danach blieb uns ja nicht viel anderes übrig, als miteinander rumzuhängen. Das wird uns vor allem jetzt bewusst, wo wir zwei neue Volontäre aus Minnesota haben. Wenn wir "Alten" miteinander reden, verstehen die Neuen fast gar nichts, weil 90% unserer Unterhaltungen im Moment irgendwelche Insider sind oder sich auf etwas beziehen, was dieses Jahr passiert ist.

Viel Zeit, um über den Abschied nachzudenken haben wir aber nicht. Die Arbeit auf der Begegnungsstätte ist im Moment Stress pur. Wir sind fast komplett ausgebucht, und unser Chef Paul wird jeden Moment Papa und arbeitet deswegen im Moment nicht. Deshalb müssen wir Volontäre uns um alles kümmern. Das ist zwar mit sehr viel Arbeit verbunden, aber es ist auch schön zu sehen, dass am Ende dann doch alles relativ gut funktioniert.

Ein bisschen Freizeit haben wir dann aber doch:

Im See Genezareth

Und das war beim Bob Dylan-Konzert, von dem ich in meinem letzten Blogeintrag geschrieben habe
Machts gut!

Freitag, 24. Juni 2011

Sooo, Leute

Hallo liebe Blogleser,

auch wenn sich an meinem Alltag hier nicht so viel verändert hat, dachte ich mir, es ist doch mal wieder an der Zeit, dass ich was von mir hören lasse. Wir haben im Moment sehr viele Gruppen hier, da haben wir als Volontäre viel zu tun. Die Gruppen sind alle sehr verschieden und besonders schön ist es, wenn wir zwei unterschiedliche Gruppen haben, die sich in ihrer Zeit hier besser kennen lernen und etwas miteinander unternehmen. Da war zum Beispiel letztens eine arabische Behinderten-Schule aus Ostjerusalem und eine deutsche Familie gleichzeitig auf der Begegnungsstätte. Die haben sehr viel zusammen gemacht, angefangen beim gemeinsamen Kaffee. Dann haben die Kinder der deutschen Familie mit der arabischen Gruppe gelernt, Brot über dem Feuer zu backen und als eines der Kinder der arabischen Gruppe gesundheitliche Probleme hatte, konnte die Mutter der Familie, die Ärztin war, ihm helfen. Für genau solche Begegnungen ist die Begegnungsstätte Tabgha da und deswegen sind wie immer froh, wenn es tatsächlich dazu kommt. Für die nächsten Monate hat unser Chef Paul geplant, einen kleinen Sportplatz mit Fußballtoren und Basketballkörben zu bauen (eine Tischtennisplatte haben wir schon), um dort vielleicht kleine Sportturniere zwischen den Gruppen zu organisieren und so neben unserem Pool und dem wunderschönen Garten noch einen weiteren Platz zu schaffen, wo diese Begegnungen stattfinden können.

Auch zwei unserer Nachfolger haben wir kennen gelernt. Anna und Babette sind die nächsten Freiwilligen, die von der Erzdiözese Freiburg nach Tabgha geschickt werden. Sie waren für zehn Tage hier, um sich den Platz, an dem sie immerhin ein Jahr leben werden, vorher schon mal anzuschauen. Das hat mich daran erinnert, wie ich und Katharina vor einem Jahr genau das gleiche gemacht haben und es war schön, den "Neuen" alles zu zeigen und ich freue mich auch schon darauf, unsere anderen Nachfolger kennen zu lernen. Ich bin mir sicher, auch sie werden hier ein tolles Jahr verbringen. Andererseits fangen auch die traurigen Abschiede bald an. Brian ist schon im Mai nach Hause geflogen. Tony folgt als nächstes schon in gut drei Wochen. Ich überleg schon, wann ich Zeit habe, ihn in Minnesota zu besuchen.

Letzten Sonntag waren Tony, Seppel, Paul und ich beim Bob Dylan-Konzert in Tel Aviv. Das war ein tolles Erlebnis. Mal aus Tabgha rauskommen in einem Riesenstadion zusammen mit 12000 anderen Leuten einen der besten Musiker der Welt erleben. Definitiv eines der vielen Highlights meines Jahres hier.

Bis dann, macht's gut,
Johannes

Mittwoch, 8. Juni 2011

Haha

Freitag, 27. Mai 2011

Der Anfang vom Ende

Hallo liebe Blog-Leser und Leserinnen,

ich dachte ich melde mich mal wieder. Schön, oder? Bei uns hier in Tabgha fühlt es sich schon so an, als ob die Zeit hier bald zu Ende ist, obwohl es ja eigentlich noch knapp drei Monate für mich sind. Das liegt vielleicht daran, dass der erste aus unser Gruppe, Brian, bereits in Richtung Heimat geflogen ist. Und da man in Tabgha so als Volontärsgruppe sehr stark zusammenwächst, hat er natürlich ein großes Loch hinterlassen. Zu Hause scheint es ihm aber auch gut zu gehen und wir haben schon alle zusammen mit ihm geskypet. Das war sehr komisch, ihn im Computer zu sehen. :) Außerdem hab ich mich in letzter Zeit auch ein bisschen mit meiner Zukunft beschäftigt (Studienplatz, Wohnungssuche, ...) und das erschien mir dann teilweise spannender, als das Leben hier. So ein Jahr als Volontär zu leben ist zwar sehr entspannend und schön, aber ein Jahr ist eine gute Zeit, danach hat man dann auch wieder Lust, was anderes zu machen,.
Ein großes Highlight wird es vor meinem Rückflug im August aber auf jeden Fall noch geben. Ich habe eine Karte für Bob Dylan am 20. Juni in Tel Aviv. Drei von uns Volontären gehen mit unserem Chef Paul zu dem Konzert. Und auf sowas muss man sich natürlich vorbereiten, immerhin waren die Karten nicht so günstig und da will man dann natürlich schon was davon haben. Deshalb hören wir in letzter Zeit ausschließlich Bob Dylan und haben auch schon den zweiteiligen Dokumentarfilm "No Direction Home" angeschaut. Bob Dylan hat zum Glück genug Material anzubieten (über 30 Studioalben, die fast alle sehr verschieden sind), so dass das erstmal nicht langweilig wird.
Hier in Tabgha wird es übrigens wieder richtig heiß (bis zu 40°) und Bruder Franziskus, der im Garten arbeitet, erinnert uns wieder stündlich daran, genug zu trinken. "Trinkst auch genug?" So Kleinigkeiten werde ich wohl in Deutschland sehr vermissen.

Der Pool wird deshalb auch wieder wichtig zur Abkühlung nach der Arbeit. Leider ist nicht allen diese Erfrischungsmöglichkeit vergönnt:

Er geht einfach nicht unter
Viele liebe Grüße aus dem Heiligen Land,
Johannes

Mittwoch, 13. April 2011

Ägypten

So langsam ist es wohl mal wieder Zeit, dass ich mich melde. Ich war also die letzten 10 Tage mit Tony und Christopher in Ägypten und das war wohl der anstrengendste Urlaub meines Lebens und ich war am Ende sehr froh, wieder in Israel zu sein. Es war auf jeden Fall eine lohnende Erfahrung, aber nochmal möchte ich nicht dahin. Das liegt vor allem daran, dass ich das Gefühl hatte, dass jeder Ägypter an mein Geld wollte, egal ob auf ehrliche oder auf unehrliche Weise. Unsere Reiseroute ging von Eilat über den Grenzübergang Taba direkt nach Kairo, dann Richtung Süden nach Luxor, zurück in den Sinai nach Dahab und schließlich wieder ins gute, alte Israel zurück. Gleich hinter der Grenze fing es an, Taxifahrer stürmen auf uns zu und wollen uns zur Bushaltestelle fahren, weil die viel zu weit zum laufen ist (gut, dass wir wissen, dass man nur eine Straßenecke weitermuss). An der Bushaltestelle wird uns von Taxifahrern gesagt, dass die Busse erst heute abend wieder fahren und wir deshalb ein Taxi nehmen müssen. Wir warten und der nächste Bus kommt pünktlich. Und so ging das weiter. Dann kommen noch lange Bus- und Zugfahrten über Nacht (18 Stunden Busfahrt von Luxor nach Dahab) hinzu und man kann verstehen, warum wir am Ende sehr erschöpft waren.
Und auch wenn wir uns ein paar mal haben verarschen lassen und wohl zuviel Geld an manche Personen gezahlt haben, war es dennoch ein recht billiger Urlaub, weil die Preise so unglaublich niedrig sind. (Hotelübernachtung für 4 Euro z.Bsp.)
Ägypten hat für Touristen natürlich einiges zu bieten und so waren wir in Kairo bei den Pyramiden und im Ägyptischen Museum (da findet man neben unzähligen anderen sehr alten Sachen die Schätze aus dem Grab von Tutanchamun) und in Luxor im Karnak-Tempel und im Tal der Könige. In Kairo war es natürlich auch interessant, den Tahir Square zu sehen. Die letzte Station, das Tauch-, und Schnorchelzentrum Dahab war dann zum entspannen da, wunderschön am Roten Meer, am Golf von Aquaba gelegen - mit Blick auf Saudi Arabien.
Und jetzt noch ein paar Bilder:

Vor den Pyramiden von Gizeh

Am Platz der Revolution - Midan Tahir
Eine Beduinenfamilie hat uns zu sich nach Hause zum Essen eingeladen, leider erwarteten sie einen hohen Bakschisch (Trinkgeld) danach.

In Tabgha erwarteten mich schlechte Neuigkeiten: Da irgendwo in Israel Schulkinder ertrunken sind, gibt es ein neues Gesetz, das besagt, dass Schulklassen nicht mehr mit ihren Lehrern schwimmen gehen dürfen. Da in Tabgha der Pool aber die Hauptattraktion ist, macht es für einige Gruppen keinen Sinn mehr, zu kommen. Zwei unserer Lieblingsgruppen haben schon ihren Besuch in Tabgha abgesagt. Ich hoffe, wir finden dafür eine Lösung.

Mein letztes Drittel in Tabgha hat jetzt übrigens angefangen, schon acht Monate bin ich jetzt hier.

Tschö!